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Ohne Frauen keine Demokratie

26 März 2026 | 
17:00 Uhr
26 März 2026
20:00
Ohne Frauen keine Demokratie

Die politische Gleichberechtigung von Frauen ist ein zentrales Fundament der Demokratie und bis heute nicht vollständig verwirklicht. So sind Frauen zum Beispiel in Parlamenten weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Zugleich geraten Frauenrechte unter dem Einfluss verschiedener politischer und gesellschaftlicher Gruppierungen zunehmend unter Druck.
Bereits 1981 bezeichnete Dr. Elisabeth Selbert diesen Zustand als „Verfassungsbruch in Permanenz“. Ihr Leben und Wirken stehen im Mittelpunkt dieser Veranstaltung. Frau Susanne Selbert, Enkelin von Dr. Elisabeth Selbert, wird in ihrem Vortrag insbesondere die Zeit des Parlamentarischen Rates beleuchten und die unermüdliche Hartnäckigkeit ihrer Großmutter darstellen, mit der sie eine klare und umfassende Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Grundgesetz durchsetzte.

Für Susanne Selbert, ehemalige Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen, ist ihre Großmutter zugleich Vorbild und Verpflichtung, das politische Erbe der Gleichberechtigung – auch unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen und unterschiedlichen Strömungen des Feminismus – fortzuführen und umzusetzen. Der Vortrag zeigt, dass demokratische Werte stets erkämpft, verteidigt und weiterentwickelt werden müssen. Zudem wird der lange Weg der Gleichberechtigung bis in die Gegenwart nachgezeichnet und deutlich gemacht, welches Engagement – insbesondere von Frauen – über Jahrzehnte notwendig war und weiterhin bleibt.

Ein besonderer Fokus liegt auf der politischen Partizipation von Frauen und ihrer gleichberechtigten Vertretung in Parlamenten – ein Anliegen, das Dr. Elisabeth Selbert bis ins hohe Alter bewegte. Erst durch gleichberechtigte Teilhabe wird wirksame politische Mitbestimmung möglich.

Darauf bezugnehmend, richtet Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski, Professorin für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Universität Kassel, den Blick konsequent auf die Gegenwart und die zukünftig notwendigen Aktivitäten. Sie wird darlegen, warum die anhaltende Unterrepräsentation von Frauen in Parlamenten kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem der Parteiendemokratie ist und weshalb daraus ein verfassungsrechtlicher Handlungsauftrag folgt. Im Zentrum ihres Vortrags stehen die rechtlichen Grundlagen paritätischer Wahlgesetze, ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz sowie ein aktueller Gesetzesvorschlag zur Umsetzung gleichberechtigter politischer Teilhabe.

Nach den Vorträgen findet eine offene Gesprächsrunde (Fish-Bowl-Methode) statt. Alle können Fragen stellen und eigene Gedanken einbringen.

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